Da ich heute von der Homepage der russischen Botschaft in Berlin den Visaantrag für meinen Chef runterladen musste, habe ich interessehalber mal geguckt, was erforderlich ist, damit man die russische Staatsangehörigkeit „los wird“ – z.B. weil man sich in Deutschland einbürgern lassen will. Kann ja irgendwann mal jemand aus dem näheren oder weiteren Bekanntenkreis betreffen, und da man als Jurist immer gern nach solchen Sachen gefragt wird, mache ich mich eben manchmal schon vorher schlau. (Wer russisch spricht, findet die Infos im Merkblatt der Botschaft, wer des Russischen nicht mächtig ist, kann mich ja mal fragen.)
Was mir ins Auge sprang, war folgendes: Die Konsulargebühr der russischen Botschaft für die Bearbeitung des Antrags auf Entlassung aus der russischen Staatsbürgerschaft beträgt satte 450 Euro!!! (Dazu kommt noch 1 Euro, wenn man per EC-Karte zahlt, bzw. 3,5% der Summe (13,50 Euro), wenn man per Kreditkarte zahlt. Barzahlung geht in Berlin zumindest nicht.) Zum Vergleich: Für die Bearbeitung des Antrags auf Erwerb der russischen Staatsbürgerschaft nimmt der Föderale Migrationsdienst in Russland gerade mal 1.000 Rubel (ca. 30 Euro). Das lässt bei mir irgendwie einen komischen Beigeschmack aufkommen nach dem Motto: „Ach, du willst Deutscher werden? Nur zu, aber das wird dich was kosten…“
Deutschland möchte für die Entlassung aus der deutschen Staatsbürgerschaft übrigens nur 51 Euro haben; das Einbürgerungsverfahren kostet für Erwachsene 255 Euro, für Kinder 51 Euro, in Härtefällen sind Ermäßigungen und Erlass möglich.
Ich finde es irgendwie auch logischer, dass der Erwerb einer Staatsbürgerschaft teurer ist als die Entlassung aus selbiger. Das Verfahren ist ja viel aufwendiger, in Deutschland genau so wie in Russland. Dass dort nun aber gerade die Entlassung so teuer ist, legt den Schluss nahe, dass man seine „Schäfchen“, wie oben angedeutet, noch mal ein wenig abzocken will, bevor man sie aus dem heimischen Stall in einen anderen ziehen lässt… oder dass man nach dem Angebots- und Nachfrageprinzip die Preise festlegt: Was gefragt ist, kostet viel, und was nicht so gefragt ist, gibt man eben billiger her…
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und das ist nicht nur in russland so!
Witzig auch das hier zu lesen..
(beschäftige mich inzwischen mehr mit dieser Internetseite als mit meiner Semester-arbeit…
Habe letztes Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft erworben, da ich es endgültig satt hatte, am Flughafen EWIG an der Passkontrolle zu stehen (weil auch eine 22-jährige Studentin sooO kriminell aussieht *kopfschüttel*)
Damals war das auch schon so – mit dem Unterschied dass die doppelte Staatsangehörigkeit noch eine Alternative war… Dies ist seit diesem Jahr, meines Wissens, nicht mehr möglich…
Da kann ich „Hausfrau“ nur zustimmen. Ich mache gerade mein Verwaltungspraktikum in einer Ausländerbehöre und habe bereits mitbekommen dass sich einige Staaten sogar um die 2000€ bezahlen lassen, um ihre Landsmänner auszubürgern. Immerhin, denn in einigen Ländern ist Ausbürgerung überhaupt nicht möglich