Montagmorgen


Am Wochenende wurden auch bei uns die Uhren umgestellt, nichtsdestotrotz war es beim Aufstehen auch heute morgen dunkel. Beim genaueren Hinsehen entdeckte Andrej, dass er keine Halluzinationen hat: es liegt in der Tat Schnee, und zwar nicht nur so ein bisschen Gekrümel wie an den letzten beiden Sonntagen, das gleich wieder wegtaute, sondern richtig, denn wir haben stabil Minus auf dem Thermometer:
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Damit hatten wir – und viele andere auch – nicht gerechnet, aber was das bedeutet, kann man sich leicht vorstellen: Unser allmorgendlicher Stau auf der Fahrt zur Arbeit, der montags immer besonders dick ist, sollte also noch dicker als sonst werden.  Damit der geneigte Leser sich das mal vorstellen kann, hier ein paar Bilder (per Klick werden sie übrigens groß und besser erkennbar):
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Da waren wir schon über eine Stunde unterwegs und hatten die Ringautobahn (MKAD), die Moskau umgibt, noch nicht erreicht. Zur Info: wir wohnen fast genau 20 km vom MKAD entfernt. Sechs Reihen quälen sich die Brücke rauf, Spurmarkierungen sind eigentlich völlig überflüssig, denn …
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… es fährt jeder, wie er will oder wie er gerade kann. Egal, wie sehr man versucht, sich an die Straßenverkehrsregeln und die Markierungen und Schilder zu halten, es bringt nix: da wird überholt und gedrängelt und von anderen Spuren wild gewechselt, und wenn man keinen Unfall will, muss man sich halt anpassen. Schließlich wollen die alle irgendwie nach Moskau rein, und da verengt sich die Straße auf zwei Spuren…stau3.JPG
Ich sollte vielleicht erwähnen, dass wir kurz vor 7 Uhr losgefahren waren. Im Büro kam ich 10:23 an.

Mangelware?

Gestern Abend hatten wir mal wieder ein kleines, fast spontanes Forumfeierabendtreffen. Wir – das waren 7punkt, achim und der Zimdriver und ich mit unseren Liebsten. Gemütlich war’s, wir saßen in einem tadshikischen Restaurant relativ im Zentrum, wobei das Ambiente und die Musik (abwechselnd spielte der Mann am Klavier und die Steroanlage) eigentlich nicht sehr tadshikisch waren, aber das störte uns nicht. Immerhin musste man kein Lautsprechergedröhne überschreien, um sich einander verständlich zu machen.

Ich hatte „Lagman“ bestellt, einen dicken Nudeleintpf mit Fleisch, und dazu eine Lepjoshka, also sowas wie Fladenbrot, sehr lecker. Und als ich fast – wie gesagt: fast – zu Ende gegessen hatte, passierte mir wieder einmal, was ich schon so oft in Russlands Lokalen erlebt habe: Ich löffelte also meine Suppe aus und wandte mich dem Gespräch zu, das links von mir stattfand. Und ich hatte kaum den Löffel aus der Hand gelegt und ein Stückchen von meiner Lepjoshka abgerissen, um damit genüßlich den Rest der Brühe drin aufzusaugen, da bemerkte ich eine Bewegung rechts von mir – und schwupps, da war der Teller und mit ihm meine Aussicht auf den Rest der Suppe auch schon meinem Zugriff entzogen. Ich frage mich ja ernsthaft, warum man oft so lange warten muss, bis die Bedienung mal geruht, einem ihre werte Aufmerksamkeit zu schenken oder die Bestellung zu bringen, aber beim Abräumen sind die weltmeisterlich fix und nehmen einem oft schon das Glas oder die Tasse weg, wenn ganz offensichtlich noch was drin ist. Ob die vielleicht an Geschirr sparen und deshalb die einen Gäste auf ihr Getränk oder Essen warten müssen, bis die anderen ihres verzehrt und die Kellner ihnen das Geschirr entrissen haben? Ein Rätsel…

Unfall

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Sowas sieht man an Russlands Straßenrändern leider alle Nase lang. Diesmal hat es leider einen Forum-Freund getroffen, der gemütlich von einer Dienstreise nach Moskau zurückfuhr. Als ihn dabei ein LKW überholte und zu früh wieder auf die rechte Spur einscherte, half auch keine Notbremsung und erst recht nicht die Leitplanke, die einfach wegknickte – es ging mit mehreren Saltos die Böschung runter. Beim Anblick des Autowracks kann man eigentlich nur Gott danken, dass der Fahrer das lebend überstanden hat und mit einem Schlüsselbeinbruch davonkam. Leider war der Unfall selbst nicht die einzige Unannehmlichkeit:

  • Der LKW-Fahrer zog fröhlich seines Weges.
  • Obwohl genügend Autos vorbeifuhren, hielt lange keiner an, um zu helfen.
  • Die Miliz brauchte eeewig, bis sie am Unfallort eintraf, hatte dann noch nicht mal den Rettungsdienst  angerufen, und wollte dann auch noch Geld erpressen.

Kurz: Mal wieder ein sehr trauriges, aber typisches Kapitel der russischen „Straßenverkehrsordnung“.

neuer Ort, neues Gesicht

Keine Angst, ich muss mich nicht vor der russischen Mafia verstecken und habe auch keine Schönheitsoperation über mich ergehen lassen. Der Orts- und Gesichtswechsel betrifft nur mein Online-Tagebuch (haha.. täglich schreibe ich nun ja wahrlich nicht..), mal sehen, ob ich die Einträge aus dem anderen nach und nach hier rüber ziehen kann. Dieses hier scheint mir etwas benutzer- und leserfreundlicher zu sein und bietet auch ein paar mehr Möglichkeiten für die Gestaltung. Ich muss mich damit zwar erst mal vertraut machen, aber kommt Zeit, kommt Kreativität.

Schnee und Apfelkuchen

15. Oktober – und auf den Dächern unserer Nachbarschaft lag heute früh eine hauchdünne Schneedecke. Wenn man dem Volke glauben darf, deutet das einen kalten Winter an. Naja, wenn wundert’s?

Ich habe heute übrigens einen leckeren Apfelkuchen gebacken, da wir selber einen Apfelbaum vorm Haus haben und Nachbars uns auch noch welche von ihren Äpfeln abgegeben haben. Lecker, nur leider mit vielen Druckstellen, weil es  mangels Leiter nur die Früchte sind, die von alleine herunterfallen. Mir schmecken die Nachbarsäpfel sogar besser, die sind rot-gelb und süß, unsere grün-gelb und bissel säuerlicher, dafür kann man sie länger lagern. Wie dem auch sei, ich denke mal, die werden alle nach und nach in diversen Apfelkuchen landen, da ich eine Kochzeitschrift mit einem Dutzend Rezepten genau dafür habe. Die ersten beiden jedenfalls waren erfolgreich, ich kann ja dann irgendwann mal eine Rezepte-Hitliste veröffentlichen. Hier kommt das, was ich heute benutzt habe – sehr zum Nachmachen empfohlen (draufklicken, dann wird’s lesbar):

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erster Hochzeitstag…

…Andrej und ich haben beide extra freigenommen, und nun sitzen wir zu Hause bei heißem Tee mit Honig und Zitrone, weil Andrej Angina hat und ihm nicht besonders zum Feiern ist. Schade eigentlich. Das hindert mich aber nicht daran, aller Welt (in Form des MaNus-Publikums) mitzuteilen, dass ich ganz schrecklich glücklich bin, meinen Andrushka geheiratet zu haben!

Ich geh mit dir… und wenn’s sein muss auch weit fort von hier, ich geh mit dir…“ (c) Söhne Mannheims