Freizeitbeschäftigung

In den „Moskovskie Novosti“ Nr. 45 war ein Interview mit dem Mitropoliten Kirill abgedruckt, der nach dem Partiarchen so mehr oder weniger der zweitwichtigste Mann in der Russisch-Orthodoxem Kirche ist und relativ häufig in den Medien auftritt, um den Standpunkt der Kirche zu diesem oder jenen Thema darzulegen.  Naja, die Antworten passten leider nicht immer so genau zu den Fragen, aber besonders interessant fanden Andrej und ich den vorletzten Punkt in diesem Interview:

Haben Sie, Eminenz, denn auch freie Zeit?
Das ist, wie man so sagt, ein wunder Punkt. Kürzlich konnte ich den Film „Die Insel“ auf DVD anschauen. Wenn sich denn mal eine freie Minute ergibt, gehe ich gern an der frischen Luft spazieren oder sehe fern. Unser Fernsehen unterscheidet sich heutzutage mit seinen informativ-publizistische Programmen  sehr (in positiver Hinsicht) vom europäischen. Bisweilen geht das auch zulasten des Schlafs.

Hm… ich meine, es sagt ja keiner, dass Fernsehen grundsätzlich schlecht ist… aber irgendwie issses trotzdem komisch, wenn ein hoher geistlicher Leiter erzählt, dass er in seiner knappen Freizeit am liebsten vor dem Fernseher sitzt.

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Andruscha lernt deutsch

…und zwar am liebsten so:

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…denn sie wissen nicht, was sie tun

Das hab ich heute in einer Beilage der russischen Tageszeitung „Gazeta“ gelesen und war leicht schockiert:

Der politkorrekte Jesus – die „Bibel in gerechter Sprache“ wurde veröffentlicht

In der neuen Übersetzung des Evangeliums wendet sich Jesus mit diesen Worten an Gott: „Vater unser und Mutter, die Ihr seid im Himmel“. Fünf Jahre lang haben 52 Übersetzer des Althebräischen und Griechischen daran gearbeitet, der Frau ihren gebührenden Platz zurückzugeben. Ab jetzt richtet sich Jesus in der „fortschrittlichen“ Version der Bibel, die in Deutschland unter dem Titel „Bibel in gerechter Sprache“veröffentlicht wurde, an „den Nächsten und die Nächste“ und brandmarkt nicht nur „Pharisäer“, sondern auch „Pharisäerinnen“. Er ist nun nicht mehr „der Sohn Gottes“, sondern „Gottes Kind“. Die Ansprache „Herr“, mit der Jesus viele seiner Gebete beginnt und die nach Ansicht der Übersetzer übermäßig männlich ist, wurde durch die Worte „Ewiger und Ewige“ ersetzt. Wenn allerdings vom Teufel die Rede ist, verwendet Jesus nach wie vor das männliche Geschlecht, eine „Teufelin“ wird im modernisierten Evangelium überhaupt nicht erwähnt, was der großartigen Idee der Gerechtigkeit widerspricht, die die Koordinatoren des 400.000 Euro teuren Projektes beflügelte.

Ich glaube, ein Kommentar hierzu ist überflüssig 😦

Erfolgserlebnisse

Hurra, heute hab ich gleich zwei Sachen, für die ich derzeit zuständig bin, zum vorläufigen Abschluss gebracht, endlich sehe ich mal Ergebnisse meiner Arbeit:

Das eine betrifft die Vorbereitung einer Firmengründung, für die viel Papierkram und viel Rennerei zur Bank und zum Notar nötig war, und vor allem kam der Firmengründer ewig nicht nach Moskau – aber ich brauchte ja seine Unterschriften… nun isses erledigt, und ich warte also jetzt auf die Entscheidung, ob er im Dezember zweimal kommen kann, um den Gründungsantrag selbst einzureichen und eine Woche später die Registrierungsurkunde abzuholen, oder ob wir das per Vollmacht erledigen sollen, was langwierig ist, weil wir die Registrierungsurkunde nicht in die Hand kriegen, sondern per Post zugestellt bekommen – und das kann dauern. Naja, mir soll es egal sein, meinen Teil hab ich getan.

In dem anderen Fall ging es um eine internationale Fahndung, die heute mit der Verhaftung des aus Russland geflüchteten und in Deutschland untergetauchten Typen ihr Ende fand. Mann, bin ich froh, dass das vorbei ist – hat sich lange hingezogen, und irgendwie saß ich immer zwischen zwei Stühlen, nämlich der Detektei in Deutschland und unseren Mandanten hier. Bleibt zu hoffen, dass die Auslieferung nun relativ reibungslos vonstatten geht. Bissel schade finde ich, dass die Detektive nun ein schönes Erfolgshonorar vom Auftraggeber kassieren, aber mich hat bisher leider noch keiner nach meiner Kontonummer gefragt…

im Kühlregal entdeckt

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Geh ich doch im „Magnit“, was ein Lebensmittelladen in unserem Kaff und bei weitem kein großer Supermarkt ist, um die Brotecke Richtung Wurstregal – und was sehe ich? Allgäutaler Käse…

Angie, huhu! Ich musste natürlich gleich an dich denken – ein Stückchen Allgäu gibt es also auch im Moskauer Umland! 😉

Stau in der Metro

So sieht das aus, wenn man morgens an einer Endhaltestelle der Metro in einen Zug steigen will: Es drängeln sich Massen über Massen am Bahnsteig, und sobald ein Zug hält, quetscht sich alles in die offene Tür und stürzt sich ohne Rücksicht auf Verluste auf die Sitzplätze:

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Wer will schon morgens lange stehen, noch dazu, wo sich auf der Strecke ins Zentrum der Zug so füllt, dass man sich dann wie in einer Sardinenbüchse fühlt? Das Geschiebe geht dann weiter, wenn man aussteigen will, denn man muss ja entweder umsteigen oder irgendwo raus aus der Metro – und der Weg führt meistens über lange Rolltreppen, vor denen sich dann ein dicker Stau bildet:

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