Die Heimat hat mich wieder!

Hurra! Andrej und ich sind in Deutschland angekommen – Heimaturlaub, wie schön! Zuerst machen wir nun ein wenig den Norden unsicher, bevor wir uns dann südwärts bewegen – hier die ungefähren „Tourdaten“:

27.06. – Zwischenlandung in Stuttgart, Weiterflug nach Hamburg
28.06. – 30.06. – Hamburg und Umgebung 
01.07. – Fahrt gen Süden
02.07. – 04.07. – Augsburg und Umgebung
05.07. – 08.07. – Dresden und Umgebung
09.07. – Leipzig
10.07. – 11.07. – Passau
12.07. – München
13.07. – 14.07. Augsburg und Umgebung
15.07. – Rückflug nach Moskau
Bis denn dann! Schönen Urlaub allerseits! Und wenn in Deutschland jetzt die Sonne scheint, obwohl Regen angekündigt war (wie wir das sowohl in Stuttgart als auch in Hamburg gesehen haben) – das schöne Wetter haben wir aus Moskau mitgebracht. 😉

Zum Thema Heldentum…

… fällt mir doch eben ein, dass ich schon lange mal auf die Internetseite mit den staatlichen Auszeichnungen der Russischen Föderation hinweisen wollte. „Held Russlands“ kann man werden, das scheint die höchste Auszeichnung zu sein (der Stern „Held der Sowjetunion“ sah genau so aus, nur hing er an einem roten Band), und dann gibt es noch diverse schicke Orden und Medaillen und Abzeichen und Ehrentitel. Einfach auf die Pfeile klicken und dann Bild mit der Lupe vergrößern, sind echt schöne Stücke dabei. Wenn es interessiert – der deutsche Bundesverdienstorden kann sich auch sehen lassen… aber bis dahin ist es wohl noch ein weiter Weg 😉

Heldin der Woche

Hui, da hab ich aber Lorbeeren eingeheimst für meinen Forumsbeitrag, und das alles dank der deutschen Botschaft, wo ich heute früh mit meinem Liebsten war und für ihn am Montag nicht nur ein Jahresvisum abholen kann, das er voriges Jahr schon hatte, sondern sogar ein Zweijahresvisum.

Damit sind wir nun zwei Jahre lang mobil, noch dazu mit den 29 Euro-Schnäppchen  – das Visa-Abkommen macht es möglich. Schade nur, dass das andersrum sicherlich nicht genauso gehandhabt wird…

Fehlinvestition

Immer diese Austauschstudenten! Und wenn sie dann noch für ein deutsches Nachrichtenmagazin Berichte schreiben… Johannes A. hat sich aber mit seinem Artikel ein wenig in die Nesseln gesetzt: „Für eine Handvoll Rubel geht alles„, meint er – und schreibt über die Wachleute in seinem Studentenwohnheim, die er als „Ochran“ oder „Ochrani“ bezeichnet:

Wie die geteilte – und oft defekte – Flurküche gehören auch die Wachmänner zum Inventar eines Moskauer Studentenwohnheims. Sie nennen sich Ochrani, und sie sind die Herrscher über den Eingangsbereich. […] Die Ochrani sind auch die Herren der Schlösser: Je nach Wohnheim verriegeln sie gegen ein Uhr die Türen. Danach kommt bis sechs Uhr morgens keiner mehr raus. Und schon gar keiner mehr rein. Ochrani sind ein bisschen mächtig, meist unfreundlich, schlecht bezahlt – und deswegen bestechlich.
Eben darum pflegen Wohnheimbewohner und Wachmann eine eigenartige Beziehung, von der beide profitieren: der Student, weil so seine Freundin – oder sein Freund – im Wohnheim übernachten kann. Der Ochran, weil er so sein bescheidenes Gehalt von weniger als 300 Euro im Monat gehörig aufbessern kann.

Richtig wäre „ochrana“ für den Wachdienst allgemein, der einzelne Wachmann heißt aber „ochrannik“ und nicht „Ochran„, lieber Austauschstud, die Mehrzahl sind dann „ochranniki„. Vielleicht wäre es sinnvoller, die Handvoll Rubel in einen Sprachkurs zu investieren statt in Wohnheim-Rendezvous? 😉

Wenn einer eine Reise tut

Die Suchbegriffe vom Wochenende waren alle recht eindeutig: Klolied; Wartezeit Visum Moskau; Visum Moskau arbeiten schnell; fliegen Moskau; Visum Moskau. Anscheinend hat es jemand ganz eilig, nach Moskau zu kommen oder von da abzuhauen. Deswegen hier mal ein paar Russland-Reise-Tipps:

1. Visum: Für Deutsche ist es in der Regel kein Problem, ein Visum für Russland zu bekommen – einfach eine Visa-Agentur beauftragen (z.B. diese), und fertig. Wer nur kurz nach Russland will, beantragt ein Touristenvisum, für Dauer- oder Mehrfachbesucher bietet sich ein Geschäftsvisum an. Die Bearbeitungszeit hat sich allerdings wegen dem neuen Visa-Abkommen geändert: Express-Visa gibt es bis auf weiteres nicht mehr.
Russen, die nach Deutschland wollen, können auch Visa-Agenturen in Anspruch nehmen, allerdings sind das meist dubiose Hinterhofkontore, die für einen Haufen Geld mit gefälschten Buchungsunterlagen mal mehr, mal weniger erfolgreich Visa organisieren. Wer Verwandte oder Bekannte oder Geschäftspartner in Deutschland hat, kann sich von denen eine offizielle Visa-Einladung ausstellen lassen. Man sollte sich aber vor allem rechtzeitig um einen Termin bei der deutschen Botschaft kümmern, denn wie ich schon erwähnte, ist in der Hauptreisezeit mit bis zu zwei Monaten Wartezeit zu rechnen, die man dann dazu nutzen kann, um alle erforderlichen Unterlagen zu sammeln.

2. Fliegen: Ich bin jahrelang gut mit Germania-Express geflogen, dem ersten „Billigflieger“, der es auch nach Moskau geschafft hat. Mittlerweile wurde die Fluglinie von Air-Berlin aufgekauft, es sind ein paar Strecken hinzugekommen, und man kann über die Internetseiten beider Firmen buchen. Regulär zahlt man so um die 99 Euro für eine Strecke, wenn man von oder nach Berlin fliegt, München gibt es für 119 Euro. Seit einer Woche hat Airberlin aber auch richtige Schnäppchen ab 29 Euro für eine Strecke im Angebot. Günstig für mich ist, dass die Flieger im Flughafen Domodjedovo landen, denn ich wohne da jetzt fast nebendran. Ein weiterer deutscher Billigflieger ist Germanwings, der in Moskau-Vnukovo landet; auch Sibiria Airlines hat günstige Tarife und fliegt Domodjedovo an, und selbst Aeroflot bringt – meist im Frühjahr und Herbst – Sonderangebote heraus, landet aber im Flughafen Scheremetjevo-2, den ich persönlich wegen schlechtem Service und langer Wartezeiten bei der Passkontrolle ganz furchtbar finde.

3. Flughafentranfer: Wer viel Geld hat, kann sich von den zahlreichen Taxifahrern, die am Ausgang jedes Flughafens herumlungern, in die Stadt chauffieren lassen. Von Vnukovo (Fahrplan) und Domodjedovo (Fahrplan) aus gibt es Express-Züge, die einen relativ bequem und schnell ins Zentrum bringen, ob man von Scheremetjevo aus auch per Bahn in die Stadt kommt, weiß ich nicht. Ansonsten fahren alle 15-20 Minuten Busse und sogenannten Marschrutki von Domodjedovo aus zur Metrostation „Domodjedovskaja“ (dunkelgrüne Linie fast ganz unten) und von Vnukovo aus zur Metrostation „Jugo-Sapadnaja“ (rote Linie unten links) – auf der Wikiseite zur Moskauer Metro, die übrigens sehr informativ ist, findet man einen deutschsprachigen Metro-Streckenplan.

4. Unterkunft: Preiswerte Mittelklasse-Hotels oder Pensionen sind in Moskau selten. Hier in der Übersicht sind einige Hotels aufgelistet, selbst die mit nur 3 Sternen sind nicht wirklich billig, obwohl der Standard vermutlich niedriger als in Westeuropa ist. Eine der günstigsten Varianten bietet dabei der Hotelkomplex „Ismailovo“ direkt an der Metro „Partisanskaja“ (dunkelblaue Linie rechts) im Gebäude „Gamma“ oder „Delta“. Außerdem gibt es ein paar Hostels, ähnlich wie Jugendherbergen – Übersicht hier. Aus eigener Erfahrung kann ich nur das „Godzilla“ empfehlen, weil ich sonst nirgends war. Das ist relativ im Zentrum, ruhig gelegen, im Ikea-Stil eingerichtet, freundlich, preiswert und sauber – mit Visa- und Registrierungsservice.

5. Sehenswürdigkeiten: Dazu schreib ich mal nix groß, denn es gibt ja genügend Reiseführer und andere Informationsquellen. Außerdem findet jeder was anderes sehenswert. St. Petersburg lohnt sich übrigens mehr für einen Besuch… aber das sagte ich ja auch schon mal.

gesucht und gefunden I

Interessant finde ich ja die WordPress-Statistik, die einem nicht nur anzeigt, wieviele geneigte Leser die Moskauer MaNus (sprich MaNews) haben, sondern auch preisgibt, welche Suchbegriffe diverse Zufallsbesucher auf diese Seite geführt haben. Einige davon hier:

Backenzahn zerbrochen: Au Backe, das ist ’ne ganz unangenehme Sache. Ist mir zweimal passiert, und beide Male just vorm Wochenende. Naja. Jetzt hab ich da ’ne Krone, die aber auch Ärger macht. Sollte ich erwähnen, dass die nicht vom Zahnarzt meines Vertrauens aus Niederbayern, sondern von einem Moskauer Kollegen gebastelt wurde?

VW-Passat letztes Baujahr: Wir haben nur einen Wolga Baujahr 1991. Wenn jemand den gegen einen VW des letzten Baujahrs tauschen will – bitte melden.

Brauchen Russen Visum für Ägypten: Nein, brauchen sie nicht. Und für die Türkei, die Arabischen Emirate und Thailand auch nicht. Für Zypern inzwischen allerdings schon. Und für Estland, Litauen und Lettland und die anderen neuen und alten EU-Länder sowieso.

Russland Kreuzung Regeln beim Abbiegen: Hm… na die gleichen wie in Deutschland auch: Rechts einordnen, wenn man rechts abbiegen will, links einordnen, wenn man links abbiegen will – wobei manche es auch fertigbringen, von der rechten Spur aus links abzubiegen. Wenn es eine Ampel gibt: entweder warten, bis die Ampel grün wird, oder fahren, wenn alle fahren. Ansonsten immer schon vorsichtig, aber zur Not eben einfach abbiegen und nicht darauf hoffen und warten, dass einem jemand eine Lücke lässt. Viel Glück!

Registrierungsurkunde – ist das wichtig: Da antworte ich mal in Juristenmanier – das kommt ganz darauf an… was denn da registriert wurde.

Moskau Ringautobahn MKAD Karte: Hab ich schon im Lexikon drin, einfach mal beim MKAD gucken und aufs Bild klicken, oder wer sie größer braucht bzew. was Konkretes sucht – hier schauen und in der linken Leiste die Kartengröße einstellen. 

Zil 131: der mit Abstand häufigste Suchbegriff. Hier gibt’s ein paar Infos und da ein paar Bilder. Wer geduldig ist (längere Ladezeiten wegen lahmem Server), kann sich auch mal durch sämtliche ZIL-Modelle – LKWs, PKWs, Busse – klicken, und auf der Seite des Herstellers findet man die neueren Produkte der Marke ZIL.

nach dem langen Wochenende

So, nun hat mich der Arbeitsalltag nach drei faulen erholsamen freien Tagen wieder. Wir wohnen ja jetzt dauerhaft auf unserer Datscha, von der ich endlich mal Fotos machen sollte, und weil es tags zwar sonnig, aber abends und vor allem nachts kühl-kalt ist, blieben wir zumindest zur Schlafenszeit weitgehend von lärmenden Datscha-Nachbarn verschont. Ansonsten haben wir da frische Luft, bisschen Wald und Feld rundrum und wegen unserer derzeit etwas improvisierten Wohnsituation ein wenig Camping-Flair, und das hat ja auch was.

Ich hoffe übrigens, dass wir bald Mitbewohner bekommen auf unserem 400 m²-Grundstückchen, hab nämlich aus diversen Holzresten zwei Vogelhäuschen bzw. Nistkästen gebaut. Einen für Stare oder so und einen für Bachstelzen, die übrigens auf russisch „trjasoguski“ heißen, zu deutsch sowas wie „Wackelpo“ 😉 Die wippen auch tatsächlich dauernd mit dem Schwanz herum.

Irgendwie bin ich müde. Vielleicht hilft ein Schluck Kaffee… Zum Glück ist diese Arbeitswoche ja kurz, nur drei Tage, die hoffentlich schnell vergehen. Und in genau zwei Wochen hab ich endlich Urlaub! Heimat! Und dann ist hier sowieso eh bald Schluss. Aber gesagt hat er noch nix, le chef.

Edit: Jetzt doch! Wir müssten mal reden. Und ob ich nicht jemanden wüsste, der… Also wenn jemand zufällig in Moskau ist, der deutsch und russisch kann und am besten noch englisch dazu und ein bisschen arbeiten möchte – einfach mal melden.