Fehlinvestition

Immer diese Austauschstudenten! Und wenn sie dann noch für ein deutsches Nachrichtenmagazin Berichte schreiben… Johannes A. hat sich aber mit seinem Artikel ein wenig in die Nesseln gesetzt: „Für eine Handvoll Rubel geht alles„, meint er – und schreibt über die Wachleute in seinem Studentenwohnheim, die er als „Ochran“ oder „Ochrani“ bezeichnet:

Wie die geteilte – und oft defekte – Flurküche gehören auch die Wachmänner zum Inventar eines Moskauer Studentenwohnheims. Sie nennen sich Ochrani, und sie sind die Herrscher über den Eingangsbereich. […] Die Ochrani sind auch die Herren der Schlösser: Je nach Wohnheim verriegeln sie gegen ein Uhr die Türen. Danach kommt bis sechs Uhr morgens keiner mehr raus. Und schon gar keiner mehr rein. Ochrani sind ein bisschen mächtig, meist unfreundlich, schlecht bezahlt – und deswegen bestechlich.
Eben darum pflegen Wohnheimbewohner und Wachmann eine eigenartige Beziehung, von der beide profitieren: der Student, weil so seine Freundin – oder sein Freund – im Wohnheim übernachten kann. Der Ochran, weil er so sein bescheidenes Gehalt von weniger als 300 Euro im Monat gehörig aufbessern kann.

Richtig wäre „ochrana“ für den Wachdienst allgemein, der einzelne Wachmann heißt aber „ochrannik“ und nicht „Ochran„, lieber Austauschstud, die Mehrzahl sind dann „ochranniki„. Vielleicht wäre es sinnvoller, die Handvoll Rubel in einen Sprachkurs zu investieren statt in Wohnheim-Rendezvous? 😉

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3 Antworten

  1. Ja ja so ist das, den Splitter im Auge des Anderen sehen unsere Austauschstudenten – den Balken vor der eigenen Stirn nicht !
    Vielen Dank für deinen Kommentar ! Er spricht mir aus dem Herzen ! LG

  2. Wenn man päpstlicher wird als der Papst, stellt sich die Frage: Warum? Willst Du zeigen, dass Du die landeskundigere Landeskundige bist? Ich überfliege Deine Ansichten und Aussichten, freue mich über diese und jene Nebeninformation – aber es gibt auch noch landeskundigere Landeskundige als Dich, vor allem, weil sie auf Grund ihres Alters schon länger landeskundiger landeskundig sein können. Also immer hübsch bescheiden bleiben – Studenten merken nun mal immer erst in fortgeschrittenen Studienalter, wie wenig sie wissen. 😉

  3. Hallo Rainer, ich halte mich gar nicht für so superlandeskundig, wie du vielleicht meinst, man lernt ja nie aus, und vor Fehlern bin ich auch nicht gefeit. Und auf die darf man mich auch gerne hinweisen.
    Der Autor des Artikels hat einem Bekannten von mir übrigens auf eine E-Mail geantwortet, dass die Austauschstudis die Wachleute wohl in der Tat als „ochrani“ bezeichnen. Das soll mir auch ganz recht sein. In dem kritisierten Beitrag, der immerhin keine private E-Mail, sondern ein richtiger (Online)Zeitungsartikel für die geschätzte Öffentlichkeit ist, gab es aber keine Anführungszeichen oder den Hinweis, dass es sich dabei um eine inoffizielle Bezeichnung handelt… aber ich will ja nicht päpstlicher sein als der Papst, und deswegen hab ich ja auch keinen empörten Leserbrief geschrieben, sondern nur einen Blog-Beitrag – noch dazu mit einem Zwinkern versehen. Das darf ich doch, oder? 😉

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