Irgendwie ist das nicht so mein Tag heute. Mal abgesehen davon, dass heute früh in der Metro das Einsteigen mal wieder eine halbe Katastrophe war (eine Hammelherde ist zivilisierter), hat mich das, was ich vorher im Eingangsbereich der Station gesehen hatte, mehr mitgenommen. Da lag nämlich ein Mann auf dem Boden.

Man muss dazu sagen, dass der Anblick von Menschen, meist Männern, die irgendwo zusammengekauert hocken oder liegen und schlafen, in Straßenunterführungen oder Tunneln in der Nähe der Metro kein so seltener ist. Oft sind das sogenannte Bomzhi, Obdachlose oder Landstreicher, die keine andere Bleibe haben. Die meisten Leute gehen achtlos an denen vorbei; ich gucke meistens hin – zum einen, weil es doch Menschen sind und kein Abfall und ich mich an diesen Anblick einfach nicht gewöhnen kann, dass da Leute wie streunende Hunde auf einem Stück Karton schlafen, zum anderen, weil ich den Anblick manchmal ganz heilsam finde, wenn sich Unzufriedenheit über die eigenen Umstände einschleicht.

Der Mann, der heute früh da neben den Zeitungsautomaten lag, war keim Bomzh. Er schlief auch nicht. Er lag da ganz steif, und seine Augen waren offen… und er war tot.

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3 Antworten

  1. …und wieder einmal hat der Kapitalismus seinen „Abfall“ entsorgt. So und nur so läuft es in dieser Welt.

    MfG
    Daniel

  2. Hallo Manu!

    Ich bin zufaellig auf Deinen Blog gestossen! Das klingt ja alles sehr aufregend! Fuer welche Firma arbeitest Du?

    Meine Firma hat mir vorige Woche vorgeschlagen, fuer 2 Jahre nach
    Moskau zu gehen. Leider kann mein Freund nicht mitkommen!

    Ich habe schon einmal fuer 2 Monate in Russland gelebt, bin aber trotzdem unsicher, bei der Entcheidung fuer 2 Jahre nach Moskau zu gehen!

    Was wuerdest Du mir raten?

    Ciao,
    Stephanie

    PS Ich lebe mit meinem Freund seit 5 Jahren in Mailand und arbeite in der Gasbranche!

  3. Hallo Stephanie,
    wenn deine Firma sich um alles kümmert (also angefangen von Visum und Arbeitserlaubnis bis hin zur Wohnung und Umzug) und dir ein anständiges Gehalt zahlt, dann wäre Moskau schon eine Option. Das Alltagsleben ist nicht ganz einfach, aber man kommt klar.

    Für mich wäre es allerdings nichts, dauerhaft von meinem Mann getrennt zu leben, insofern würde ich wohl ablehnen. Wenn euch das aber nicht so viel ausmacht, wäre Moskau schon eine interessante Erfahrung. Flüge gibt es übrigens täglich (evtl. mit Umsteigen).

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