doch nicht ärgerlich :)))

Dank einem Hinweis in einem Forum hab ich erfahren, dass concert.ru nach 20 Uhr die bestellten und nicht abgeholten Konzertkarten wieder zur Reservierung freigibt. Mann! In meinen schlimmsten Ebay-Zeiten habe ich selten so auf den Zeitpunkt gewartet, wo ich sagen konnte: 3-2-1… meins!!!

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58 Stehkarten gab’s (außer den VIP-Plätzen). Zehn Minuten später waren nur noch 24 übrig. Ist mir aber jetzt egal, ich bin zufrieden und erleichtert und eigentlich auch froh, dass wir nun näher an die Bühne müssen. Ich wollte ja sowieso Stehkarten. Bei nem Rockkonzert sitzen… sooo alt sind wir ja nun auch wieder nicht. Ich war 2000 schon mal beim nem Zemfira-Konzert, in Krasnojarsk war das. Erste Reihe. Supertoll. Und jetzt nun also wieder. Haaaach… ich freu mich so, ich freu mich so…

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ärgerlich. sehr ärgerlich.

Da mein Liebster lange nicht genau wusste, ob er nun nächste Woche abends arbeiten muss oder nicht – und dementsprechend ob wir zusammen zum Zemfira-Konzert gehen oder nicht, habe ich mich erst heute auf die Socken gemacht, um nun doch Karten zu kaufen. Und es gibt keine mehr! Na doch, es gibt noch VIP-Karten für 400 Euro pro Stück. Und Zemfira ist mir zwar lieb und teuer, aber so teuer nun auch wieder nicht. Der Manumann wollte eigentlich nicht so recht Karten für Tanzfläche bzw. Stehparkett (oder wie immer man das in der Olympiahalle nennen soll) – aus dem Alter sei er schon raus… und überhaupt kommt er ja nur mit, weil er weiß, dass ich da so gern hin will. Aber wegen unserer depperten Zögerlichkeit habe ich nun Sorge, dass wir nicht mal mehr Stehtickets kriegen. Scheiße! Wir gehen so selten mal abends weg. Und ich habe mich den ganzen Winter auf das Konzert gefreut. Den gan-zen Win-ter!!! 

glänzend gelaufen

Da dank frühlingshafter Temperaturen in den letzten Tagen (heute ganze +15 Grad, gestern hatte es allerdings noch mal heftig geschneit) jetzt auch hartnäckige Schneereste langsam tauen, kommen nun an vielen Orten große dreckige Pfützen und an manchen Stellen auch  Matsch und Schlamm zum Vorschein – und das sieht man natürlich auch am Schuhwerk. Meine Treter könnte ich täglich mehrfach putzen, der Effekt wäre immer nur von kurzer Dauer. Aber heute wollte ich gern auf dem Weg zur Arbeit so ein 1-2-3-Schuhpolierschwämmchen im Plastikbehälter, schwarz, erwerben, damit man zwischendurch zur Not mal schnell drüberwischen kann und sich beim Anblick seiner beschuhten Füße nicht in den aufgeweichten Grund und Boden schämen muss. Mein Vorhaben war leider nicht von Erfolg gekrönt, denn die Verkäuferin am Schuhutensilien-Kiosk konnte mir nichts verkaufen, obwohl es weder an Ware, noch an Geld fehlte:

M: Guten Morgen, ich hätte gerne Schuhglanz in schwarz.
V (zeigt mürrisch auf die Auslage): Hier – das von Silver oder das oder das da.
M: Können Sie mir eins empfehlen?
V: Na nehmen Sie das von Silver, das ist gut. Oder das hier. Oder das. (zeigt auf alle drei)
M: Na dann nehme ich das. (zückt einen 100-Rubel-Schein, der Schuhschwamm kostet 30 Rubel)
V: Haben Sie es nicht kleiner?
M (versucht, freundlich zu bleiben): Nein – aber eigentlich müssten Sie doch Wechselgeld parat haben…
V: Ich?
M: Na Sie verkaufen doch…
V: Ich habe gerade seit 5 Minuten geöffnet – woher soll ich denn da Wechselgeld haben?!

M legt schweigend den Schuhschwamm wieder zurück, nimmt die 100 Rubel und geht mit schmutzigen Schuhen zur Arbeit… Ich kann ja verstehen, wenn ein Schuhutensilien-Händler morgens keine 1000 Rubel wechseln kann (wobei das auch nicht sooo eine Riesensumme ist). Aber ein bisschen Wechselgeld sollte man doch bei der Hand haben. Leidiges Thema. Leider überhaupt kein Einzelfall. 

Kantinenvergleich

Ich bin ja nun gerade eben von meiner Dienstreise aus Hamburg wieder zurück und schwelge noch in Erinnerungen an die tolle Kantine unserer dortigen Mutterfirma. Die Kollegen da sind zwar längst nicht (mehr) so begeistert davon wie ich – naja, die sind das halt gewöhnt. Aber der Unterschied zu unserer Mini-Kantine hier im Hause ist mir beim Besuch derselben heute doch mal wieder recht krass ins Gesicht gesprungen.

1. Sie hat vielleicht gerade mal so 40 Sitzplätze. Sie könnte viel mehr haben, aber die andere Hälfte des Raumes ist als „Sportcafé“ für externe Besucher abgeteilt.
2. Es bedient eine Person an einer Essensausgabe, demzufolge geht alles sehr langsam, aber schneller darf es auch gar nicht gehen, weil man sonst ja keinen Sitzplatz bekommt.
3. Die Auswahl ist nicht so groß, die Portionen sind meist kleiner als in Hamburg, kosten aber ca. doppelt so viel. Beispiel:
Salat: Hamburg: 0,42 Euro; Moskau: ca. 0,95 Euro
Suppe: Hamburg: 0,42 Euro; Moskau: ca. 1,08-1,35 Euro (je nach Suppe).

Beilage: Hamburg: 0,42 Euro; Moskau: 0,81-1,89 Euro (je nach Beilage).

Und: Nein, wir verdienen nicht doppelt so viel wie die Hamburger Kollegen. Aber wir sind ja schon froh, dass es überhaupt eine Kantine gibt, denn das Mittagsangebot in unserer Gegend ist nicht wirklich üppig, und gerade im Winter hat man auch nicht immer Lust, durch Schnee und Kälte zu stapfen. Im Sommer, wenn das Gemüseangebot wieder reichlich und erschwinglich ist, werde ich mir dann aber doch lieber einen Salat von zu Hause mitbringen.

Herr Russi sucht das Glück? *

Auf der Internetseite des sozialen Hilfsdienstes der russisch-orthodoxen Kirche, „Miloserdie“ (Barmherzigkeit), habe ich kürzlich einen interessanten Artikel gefunden. Viktor Khanykov, Narkologe und Mitarbeiter der Abteilung für Suchtkrankheiten des wissenschaftlichen Forschungsinstitutes für Psychiatrie in Moskau, beantwortet darin Fragen zum Thema Alkoholismus, unter anderem diese: Warum gibt es in Russland so viele Alkoholiker? Die Antwort fand ich sehr aufschlussreich:

Wir sind in allen Arten von Süchten absolute Rekordhalter. Und der schlechte Einfluss des Westens und die künstliche Vergiftung des Volkes sind keine Erklärung dafür. Das ist alles Quatsch. Eine riesige Anzahl von Leuten hat sich aufs Heroin gestürzt, als das bei uns auftauchte; selbst, wenn man davon ausginge, dass das [Heroin] durch jemandes Intrigen zu uns kam, hat man sich doch drauf gestürzt. Später passierte das genau so mit den Spielautomaten. Warum stehen in der Tschechei die gleichen Spielhallen – üblicherweise sind die Besitzer Russen – und keiner geht da hin?! Im archaischen Bewusstsein unseres Volkes gibt es ein Streben – aufs Geratewohl. Da wird nicht auf Erfolg kalkuliert, sondern auf Glück. Erfolg erreichst du im Laufe einer Tätigkeit, aber Glück ist das, was dir einfach zufällt. Und dieses vorrangige Rechnen darauf, dass irgendetwas passieren muss und dass die sorglose Zukunft wenigstens für mich persönlich sofort hier und jetzt beginnt, das ist scheinbar sehr typisch für unser Volk. Damit haben die Bolschewiken die Leute geködert. Und erinnern Sie sich an all diese [Finanz]Pyramiden – Millionen Menschen haben da mitgemacht. Das sind Erscheinungen derselben Art – schneller Erwerb von Glück hier und gleich. Aber es erkämpfen, erringen, sich ein entferntes Ziel setzen und dieses lange verfolgen – das ist leider unserem Volk nicht eigen.

* Überschrift angelehnt an den Titel der Serie „Herr Rossi sucht das Glück“

gesagt

Ein Mensch, der sich Russak nennt, hat mir einen Kommentar hinterlassen:

Du kleines dt. Liebchen bist einfach zu weich für dieses Land. Geh wieder zurück nach Dt.,ist besser für dich und vor allem für deinen Russen-mann.

Nun, was soll man dazu sagen? Vielen Dank für den guten Tipp, ich werde mal drüber nachdenken.

Dima zum Zweiten

Während in Deutschland gerade darüber diskutiert wird, ob die No Angels ihren Eurovision-Beitrag geklaut haben, steht nach diesem Wochenende nun der russische Teilnehmer für den Eurovision Song Contest fest – Dima Bilan. Und wenn jetzt jemand meint, hm, das kommt mir irgendwie bekannt vor – richtig, der junge Mann war nämlich vor zwei Jahren schon mal dabei und hat mit seinem Schmachtfetzen recht schönen Liebeslied den 2. Platz belegt. Diesmal soll er nun für Russland den Sieg einfahren – wünschen wir ihm Erfolg. Bezeichnend ist allerdings schon, dass innerhalb von zwei Jahren der gleiche Sänger zum Eurovision geschickt wird. Naja, vielleicht gibt es sonst keinen, dem man den Sieg zutraut. Immerhin kennt man Bilan jetzt auch schon im Ausland ein wenig, die weibliche Bevölkerung Groß-Europas (Türkei? Israel?) im ZahnspangenAlter zwischen 14 und 21 wird beim Anblick von Dima „Ich hab den ultimativen Hüftkick“ Bilan kreischend dahinschmelzen, und beides dürfte seine Chancen doch erheblich erhöhen. Mal sehen, ob das reicht.