glänzend gelaufen

Da dank frühlingshafter Temperaturen in den letzten Tagen (heute ganze +15 Grad, gestern hatte es allerdings noch mal heftig geschneit) jetzt auch hartnäckige Schneereste langsam tauen, kommen nun an vielen Orten große dreckige Pfützen und an manchen Stellen auch  Matsch und Schlamm zum Vorschein – und das sieht man natürlich auch am Schuhwerk. Meine Treter könnte ich täglich mehrfach putzen, der Effekt wäre immer nur von kurzer Dauer. Aber heute wollte ich gern auf dem Weg zur Arbeit so ein 1-2-3-Schuhpolierschwämmchen im Plastikbehälter, schwarz, erwerben, damit man zwischendurch zur Not mal schnell drüberwischen kann und sich beim Anblick seiner beschuhten Füße nicht in den aufgeweichten Grund und Boden schämen muss. Mein Vorhaben war leider nicht von Erfolg gekrönt, denn die Verkäuferin am Schuhutensilien-Kiosk konnte mir nichts verkaufen, obwohl es weder an Ware, noch an Geld fehlte:

M: Guten Morgen, ich hätte gerne Schuhglanz in schwarz.
V (zeigt mürrisch auf die Auslage): Hier – das von Silver oder das oder das da.
M: Können Sie mir eins empfehlen?
V: Na nehmen Sie das von Silver, das ist gut. Oder das hier. Oder das. (zeigt auf alle drei)
M: Na dann nehme ich das. (zückt einen 100-Rubel-Schein, der Schuhschwamm kostet 30 Rubel)
V: Haben Sie es nicht kleiner?
M (versucht, freundlich zu bleiben): Nein – aber eigentlich müssten Sie doch Wechselgeld parat haben…
V: Ich?
M: Na Sie verkaufen doch…
V: Ich habe gerade seit 5 Minuten geöffnet – woher soll ich denn da Wechselgeld haben?!

M legt schweigend den Schuhschwamm wieder zurück, nimmt die 100 Rubel und geht mit schmutzigen Schuhen zur Arbeit… Ich kann ja verstehen, wenn ein Schuhutensilien-Händler morgens keine 1000 Rubel wechseln kann (wobei das auch nicht sooo eine Riesensumme ist). Aber ein bisschen Wechselgeld sollte man doch bei der Hand haben. Leidiges Thema. Leider überhaupt kein Einzelfall. 

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5 Antworten

  1. Bei tagesaktuellen, windigen 3°C im Ruhriland nutzte ich das Hollandrad heute.
    Frag mich nun, wie groß die Zahl der Radfahrenden in Moskau heute ist? Und wieviele das Experiment überleben. Nicht im Winter! Sag bitte an!

  2. Moin Blinkfeuer,
    allgemein wird das Fahrrad in Moskau nicht als Fortbewegungsmittel genutzt. Zum einen ist es in der Tat zu gefährlich, zum anderen kann man sein Rad auch nirgends stehen lassen, nicht mal angeschlossen. Insofern ist es Sport- und Freizeit“vergnügen“, was aber wahrscheinlich nur in irgendwelchen Parks oder an der Uferpromenade der Moskva wirklich nett ist. Heute habe ich auf unserer Einfallstraße nach Moskau (Kashirskoje Chaussee vom Flughafen Domodedovo aus) zwei mutige Radler gesehen, aber das waren „richtige“ Sportler mit Helm und im Radleranzug und den entsprechenden Rädern.

  3. Liebe Manu,

    was halten Sie von vernetzen? Ich habe Ihre Seite schon seit einiger Zeit bei mir vernetzt, habe Sie da Interesse?
    Rusinform

  4. Hoppala, wie entgeht man der „Vernetzung“?
    Nannte mich aus gegebenem Anlaß vor 2 Tagen auf einem anderen Blog nach einem Romanautoren, kommt „Dienstag“ im Titel nicht vor, nicht „Samstag“; doch oben auf Deiner Seite, Manu, taucht der hier nie erwähnte Name auf.
    Ist das Prosperität? Ein Mirakel?
    Spannende Grüße.

  5. Vielleicht ein Cookie? WordPress merkt sich wohl manchmal, als wer oder was man irgendwo kommentiert. Aber auch nicht immer. Nett jedenfalls, dass du hier dein Blinklicht hinterlassen hast.

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