Nachtrag

Weil doch der Wurstmaxe meint, er lässt seine Würste in Russland produzieren, fiel mir noch was ein: Vieles, was in Russland produziert wird, schmeckt nicht mehr so wie in Deutschland. Das weiß ich vom angeblichen „Original Dresdner Stollen“, den ein sächsischer Bäcker hier in Moskau bäckt und der aber recht bröselig und nicht so saftig-lecker wie das richtige Original aus der Heimat ist. Und das habe ich neulich auch beim Ritter Sport-Naschen festgestellt – der Geschmack von einer der drei neulich hier in Moskau gekauften und verkosteten Schokis war deutlich anders, des Rätsels Lösung stand auf der Verpackung: diese eine (dunkelgrüne mit den ganzen Mandeln) wurde „im Auftrag von Ritter Sport“ noch in Russland produziert, die anderen wurden wieder importiert. Ritter Sport hat nämlich seine Produktion in Russland mittlerweile eingestellt – wegen der Zutaten.

PS: Dieser Beitrag ist übrigens nicht werbefinanziert, mit Stollen und Schoki kenne ich mich einfach aus. Sollten sich die erwähnten Firmen zu einer kleinen Sachspende an die Redaktion hingerissen fühlen, steht diesem edlen Ansinnen meinerseits jedenfalls überhaupt nichts entgegen.

Advertisements

kein armes Würstchen

Ein Kollege hat mir gestern eine Nachricht weitergeleitet, die er aus Deutschlands Wurstblatt Nr. 1 hat:

Berliner liefert Currywurst zum Kreml
Berlin ist eben in aller Munde, sogar in Moskau
Unsere Currywurst erobert Russland!
bild.de, 19.04.2008

Sie ist ein Wahrzeichen von Berlin. Und Gregor Bier (35) einer ihrer bekanntesten Verkäufer. In seiner Promibude „Kudamm195“ schlemmten schon Hollywood-Schauspieler Tom Cruise (45), Panikrocker Udo Lindenberg, Kino-Star Heike Makatsch (36).
Jetzt will der Berliner das Erfolgsrezept exportieren nach Moskau, an den Roten Platz. Er verrät BILD: „Wir machen Ende Mai unsere Currywurstbude an der Tverskaja, dem ‚Kudamm von Moskau‘, auf.“ Er will den ersten Monat selbst hinterm Tresen stehen.
„Unser Stand wird auf der Dachterrasse des Ritz-Carlton sein mit einem sensationellen Blick direkt auf den Kreml“, schwärmt er.
Und wie bringt er die Würste ins Land – per Visum? Bier: „Sie werden in Moskau produziert, nach unserer Rezeptur von einem deutschen Fleischer“.

Da werden ihm ja die Kunden seine Würstchenbude einrennen – auf dem Balkon eines 6-Sterne-Edelhotels. Ich kann es mir richtig vorstellen, wie der von Kaviar und Schampus übersättigte russische Ölmulti zu seiner Natascha, Julia, Sveta sagt: „Schatzi, lass uns mal ins Ritz auf ’ne Currywurst…“

Post!

So, nun also doch – die Karte, die ich mir vor einiger Zeit selber geschrieben habe, um zu testen, ob die postlagernd ankommt. Und siehe da, es klappt! Und sie hat wohl auch nur 9 Tage gebraucht, wobei man sie dann, als ich sie abholen wollte, nicht gleich fand. Egal – hier ist sie, und wer weiß, wie ich mit vollem Namen heiße, kann mir jetzt auch Post schicken.

 

PS: Wäre ja mal einen Versuch wert, einfach an „Manu“ zu schreiben, mal sehen, ob das auch funktioniert.

Wurm drin (oder draußen)

Mensch, jetzt will ich die ganzen Tage schon was schreiben, und es klappt nicht! Erst ist keine Zeit, und dann vergesse ich irgendwann, was ich doch unbedingt noch sagen wollte, weil ich gerade so viel um die Ohren habe. Oder ich kriege die Postkarte, die hier schon zwei Wochen rumliegt, nicht gescannt oder geknipst, um sie der Welt zu präsentieren. Und nun, wo ich seit letztem Mittwoch mit herzhaft-bösartigem Termindruck erst Web-Seiten-Inhalte und dann Mini-Broschüren-Texte für unsere Firma zaubere, bastele, mir aus den Fingern sauge, fühle ich mich wie eine ausgequetschte Zitrone…  Sollte ich mich also bis Anfang Mai nicht rühren, dann hab ich es einfach vorm Urlaub (ein schlaffes „Yeah“ – ab Donnerstag und bis 3. Mai hab ich frei) nicht mehr geschafft, irgendwas mitteilens- und lesenwertes von mir zu geben.

Frühling auf dem Lande

Wir wohnen ja ein Stückchen außerhalb von Moskau, und auch da sieht man nun allerorts bunte Frühlingsboten:

Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass dort unmittelbar in der Nähe eine Wasserquelle ist, von der viele Datscha-Bewohner ihr Trinkwasser holen (wir auch).

Und vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass dieses Foto entstand, als eine Gastarbeiter-Reinigungsbrigade gerade erst überall dort entlang gegangen war und den alten Müll eingesammelt hatte, die Säcke waren noch nicht mal abgeholt.

Und vielleicht sollte ich zuletzt noch dazu sagen, dass die meisten Picknick-Gruppen, die an Gutwetter-Wochenenden zuhauf in unserer Umgebung anzutreffen sind, ihre Picknick-Plätze ungefähr so hinterlassen.

Da freut man sich doch jedes Jahr neu, dass es endlich, endlich Frühling wird…

Unklarheit

Bürodialog.

M: Wie schreibt man „свиньи“ (Schweine) – mit Weichheitszeichen oder ohne?
A: Wem willst du das denn schreiben? Für alle Fälle: „свиньи“ schreibt man „уважаемые коллеги“ (geschätzte Kollegen).

PS: Die Kollegen waren nicht gemeint.

Jahresendgespräch

Schöne Bescherung… und das im April. Aber was soll’s, von mir aus kann das (aktuelle) Jahr im Juni schon zu Ende sein, wenn es dann wieder so ein in jeder Hinsicht angenehmes Jahresendgespräch mit äußerst erfreulichen Folgen gibt. Mal sehen, vielleicht bleiben wir ja in Russland länger, als ursprünglich gedacht. Mein Chef wäre jedenfalls sehr daran interessiert.