Ich bin ein Hamburger!

Ich war diese Woche mal wieder dienstlich in Hamburg und musste feststellen, dass es mir dort richtig, richtig gefällt. Montagabend war ich mit meinem besten Freund in Altona, nach einem heißen Tag haben wir uns bei Döner und Alsterwasser das laue Abendlüftchen um die Nase wehen lassen, und am Dienstag wehte es dann schon recht heftig und nicht mehr so lau, als ich mit einer Kollegin an den Landungsbrücken spazieren war. Ich finde Hamburg toll. Und ich würde irgendwann gerne mal da in der Ecke wohnen. (Könnte, bitte sehr, in der Zwischenzeit schon mal jemand meinen zukünftigen Arbeitsplatz in unserer Rechtsabteilung freimachen?)

Uff!

Unverhofft kommt oft, sagte meine Oma immer. Aber nun bin ich doch etwas platt. Damit hatte ich ja nun gar nicht gerechnet… aber ich freu mich! Sehr! Und Sie, liebe Leser, dürfen sich gern mitfreuen, auch wenn Sie wahrscheinlich gerade denken: Häh? Des Rätsels Lösung kommt später, also Geduld bitte. (Und „später“ heißt nicht heute Abend oder morgen oder so.)

Trotzdem.

Ich weiß genau, dass du das nicht liest, zumindest nicht heute und kaum in nächster Zeit, weil du mit Technik und Computern so gar nichts am Hut hast. Anrufen kann ich dich nicht, und die Post braucht noch ein Weilchen. Und trotzdem:

Schönen Geburtstag, Mutti.

Säbelrasseln?

Unser Nachbar, Onkel Kolja, fährt regelmäßig in die Ukraine, auf die Halbinsel Krim. Von da stammt er ursprünglich, da ist sein Dorf, da lebt die ganze Verwandtschaft. Letzte Woche hat er sich wieder mal kurz entschlossen ins Auto gesetzt – und gestern kam er wieder. Eigentlich wollte er schon eher wieder da sein, aber er musste stundenlang an der ukrainisch-russischen Grenze warten – denn die Ukrainer hatten die Grenze am Montag einfach mal eben dicht gemacht und ließen keine Russen raus aus der Ukraine.

Onkel Kolja meinte, der Grund dafür war wohl die immer noch laufende NATO-Truppenübung „Sea Breeze 2008„, die zusammen mit der ukrainischen Armee und gegen den Willen der Mehrzahl der Krim-Bewohner stattfindet. Ob die Schließung der Grenze nun lange geplant oder eine Antwort auf die Proteste gegen das Manöver oder mal wieder ein Schienbeintritt gegen Moskau war, ist unklar. Onkel Kolja erzählte jedenfalls – und jetzt wird es spannend, dass die Ukrainer die Grenze erst wieder geöffnet haben, nachdem auf russischer Seite Militäreinheiten zusammengezogen und eine gewaltsames Eingreifen angedroht wurden, sollte die Grenze nicht schnellstens wieder für den Verkehr nach Russland geöffnet werden. In den Nachrichten findet man davon nichts. Nirgends. Aber warum sollte Onkel Kolja sich sowas ausdenken?

Heiß isses…

… seit Samstag und endlich nicht mehr so nass wie in den letzten zwei Monaten: an mindestens vier Tagen pro Woche goss es drei bis fünf Mal pro Tag wie aus Kannen. Teile unseres Grundstücks standen mal wieder unter Wasser, weshalb auch die Arbeit am Fundament für unser Häuschen irgendwie nicht vorwärts geht. Außerdem wurden die Erdbeeren zwar knallerot, aber überhaupt nicht süß, weil die Sonne fehlte – und jetzt, wo die endlich brutzelt, gibt es schon kaum noch Erdbeeren… dafür blühen unsere Rosen wie verrückt. Man kann eben nicht alles haben.

Ich mecker auch gar nicht über die Hitze (32 Grad, keine Klimaanlage im Büro, die Hände sind ewig klebrig), weil das sowieso nicht von langer Dauer ist – es hängt schon wieder eine dicke Wolkendecke über Moskau, die Luft ist schmutzig, schwül und drückend, und Regen wäre jetzt eigentlich sehr willkommen, aber bitte nicht wieder tagelang…

Staatsbürger sein oder nicht sein

Da ich heute von der Homepage der russischen Botschaft in Berlin den Visaantrag für meinen Chef runterladen musste, habe ich interessehalber mal geguckt, was erforderlich ist, damit man die russische Staatsangehörigkeit „los wird“ – z.B. weil man sich in Deutschland einbürgern lassen will. Kann ja irgendwann mal jemand aus dem näheren oder weiteren Bekanntenkreis betreffen, und da man als Jurist immer gern nach solchen Sachen gefragt wird, mache ich mich eben manchmal schon vorher schlau. (Wer russisch spricht, findet die Infos im Merkblatt der Botschaft, wer des Russischen nicht mächtig ist, kann mich ja mal fragen.)

Was mir ins Auge sprang, war folgendes: Die Konsulargebühr der russischen Botschaft für die Bearbeitung des Antrags auf Entlassung aus der russischen Staatsbürgerschaft beträgt satte 450 Euro!!! (Dazu kommt noch 1 Euro, wenn man per EC-Karte zahlt, bzw. 3,5% der Summe (13,50 Euro), wenn man per Kreditkarte zahlt. Barzahlung geht in Berlin zumindest nicht.) Zum Vergleich: Für die Bearbeitung des Antrags auf Erwerb der russischen Staatsbürgerschaft nimmt der Föderale Migrationsdienst in Russland gerade mal 1.000 Rubel (ca. 30 Euro). Das lässt bei mir irgendwie einen komischen Beigeschmack aufkommen nach dem Motto: „Ach, du willst Deutscher werden? Nur zu, aber das wird dich was kosten…“

Deutschland möchte für die Entlassung aus der deutschen Staatsbürgerschaft übrigens nur 51 Euro haben; das Einbürgerungsverfahren kostet für Erwachsene 255 Euro, für Kinder 51 Euro, in Härtefällen sind Ermäßigungen und Erlass möglich. 

Ich finde es irgendwie auch logischer, dass der Erwerb einer Staatsbürgerschaft teurer ist als die Entlassung aus selbiger. Das Verfahren ist ja viel aufwendiger, in Deutschland genau so wie in Russland. Dass dort nun aber gerade die Entlassung so teuer ist, legt den Schluss nahe, dass man seine „Schäfchen“, wie oben angedeutet, noch mal ein wenig abzocken will, bevor man sie aus dem heimischen Stall in einen anderen ziehen lässt… oder dass man nach dem Angebots- und Nachfrageprinzip die Preise festlegt: Was gefragt ist, kostet viel, und was nicht so gefragt ist, gibt man eben billiger her…

Reiseplanung

Nachdem ich diese Woche Flugtickets für meinen Hochzeitsbesuch im August und unseren Urlaub im September gekauft habe und man mir außerdem gestern sagte, dass in der letzten Juli-Woche vielleicht noch eine Dienstreise nach Hamburg geplant ist, sollte ich mir allmählich überlegen, was ich aus good old Germanien dringend oder weniger dringend brauche und mitbringen will. Mir fallen nämlich immer mal Sachen ein, aber bis ich dann mal wieder nach Deutschland fahre, hab ich die meistens vergessen und ärger mich dann, weil ich natürlich erst wieder dran denke, wenn ich wieder in Moskau bin und den Koffer auspacke.

Spontan kommen mir folgende Dinge in den Sinn:

  • Muffin- Backform, Papierförmchen und ein Großglas Nutella, damit ich dieses Rezeeeeheept endlich mal ausprobieren kann
  • Vorrat an Signal-Zahnpasta und Lieblingsdeoroller
  • Sonnencreme
  • Leinsamen und weißen Tee
  • den Wok, der bei meinen Eltern noch rumsteht
  • CDs von Ina Müller (die plattdeutschen), Söhne Mannheims (die neue) und Gregor Meyle (die erste)
  • mindestens zwei Salamis in weißer Haut
  • französischen Cognac für den Liebsten
  • … (da war doch noch was?)