Zensiert

Auf Klage der Staatsanwaltschaft von Bashkirien (oder Bashkortostan, wie die Region auch noch genannt wird) wurde heute H.itlers Buch „M.ein K.ampf“ als extremistisch eingestuft. Die Reaktion einer Kollegin: „Na das wurde aber auch Zeit!“

Andererseits höre ich immer wieder von Russen, die das Buch (in russischer Übersetzung, in der man es auch im Internet finden kann) gelesen haben, dass da „zumindest im ersten Teil ganz vernünftige Sachen drin stehen“. Wie gesagt, das habe ich von Leuten gehört, das ist nicht meine Meinung. Ich kann ja per se keine haben, denn in Deutschland kann man das Buch ja nicht lesen. Aber das würde ich gern. Ehrlich. Einfach aus „historischem Interesse“. Um mal zu wissen, was da drin steht. Nicht anhand irgendwelcher Übersetzungen, die ich zwar auch lesen könnte, aber das will ich nicht.

Ich ahne schon, dass mir bestimmt irgendwer vorwerfen wird, ich würde n.azistisches Gedankengut verbreiten oder gutheißen oder sowas – dagegen verwehre ich mich. Ich sage ja nicht, dass man das besagte Buch wie heiße Brötchen an jeder Ecke verkaufen soll. Aber ich finde, in einigen Bibliotheken könnte es schon zugänglich gemacht werden, wenigstens zum Lesen. Ich kann mir vorstellen, dass sowas dem Buch auch etwas den Charakter einer „verbotenen Frucht“ nehmen würde – dann wäre es nicht mehr so verlockend für allmögliche verschworene Gemeinschaften und würde sicherlich (wenigstens teilweise) seinen Kultstatus verlieren. Mir hat allerdings mal jemand hier in Russland gesagt: „Das ist schon Absicht, dass man die Deutschen das Buch nicht lesen lässt, sonst würde es nämlich die Folge haben, dass viele Deutsche sagen: ‚Aber in einigen Punkten hatte er doch recht!‘ Und das wäre politisch nicht vertretbar.“

Überhaupt finde ich es manchmal schon erstaunlich und auch manchmal unverständlich, wieviel Sympathie jüngere Russen teilweise für H.itler und seine Ideen zeigen. Andererseits ist es meiner Ansicht nach überzogen, dass man in Deutschland alles, was den Zeitraum des Dritten Reichs betrifft, nur schlecht finden darf. So als ob in der Zeit überhaupt gar nichts positives in Deutschland passiert ist. Aber das ist ein anderes Thema…

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2 Antworten

  1. 2015 laufen ja die 70 Jahre nach dem Tod des »Autors« aus und der Bayerische „Rundfunk“ als Rechteinhaberin könnte wohl ein Erscheinen nicht mehr verhindern. Staatsanwälte warten aber schon auf ein Bundesgesetz.

    Sehe aber, kein Problem es als pdf zu lesen.
    Geht ja zünftig los, die 2 Vorschaltseiten mit zitiertem Geplärre reichen, dann schmeißt man es wieder runter. Gefaselt wird dann zu Beginn des Haupt- Textes schon mal vom „Jammer“, daß es die beiden deútschen Länder nicht schaffen, ihre Jungens (Mädchen is nich!) in einem Mutterlande (Ah: doch Mädchen!) aufwachsen zu lassen.
    Weiter will ich aber nicht. Link zu den 462 S. soll ich lieber weglassen?

  2. ich kann Ihnen eine PDF-Version in Originalsprache (übrigens, heruntergeladen von einem russischspachigen Forum) zu kommen lassen

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