Bitte stellen Sie bis auf weiteres das Atmen ein!

Irgendwie ist es schon wirklich nicht mehr lustig: Am Wochenende 40,1 Grad im Schatten, im Büro je nach Tageszeit zwischen 33 und 36 Grad. Ok, Sommer, das gehört halt dazu. Dass die Vermieter des Bürogebäudes ein Problem mit der Klimatisierung des Gebäudes haben, hatten wir ja auch schon festgestellt. Insofern ist der Durchzug, den wir mit Hilfe einiger Ventilatoren sowie offener Türen und Fenster hier geschaffen haben, die einzig denkbare Abhilfe.
 
Heute aber kommt zur Krönung der Chef der Gebäudeverwaltung rein und sagt: „Machen Sie doch bitte alle Fenster zu.“ Warum? „Der Premierminister kommt unsere Nachbarn besuchen.“ Wann er kommt, weiß keiner, wann er wieder abfährt, weiß erst recht keiner, aber draußen im Hof des benachbarten Institutes schleichen die Leute vom OMON rum und sorgen für Sicherheit und Ordnung. Und da muss der Otto-Normal-Büroarbeiter halt sehen, wo er irgendwo noch Luft zum Atmen herkriegt.

Mit letzterer ist es sowieso ganz übel im Moment – wenn man sich vorstellt, wie schlecht die Luft in Moskau normalerweise schon ist (nämlich sehr schlecht), kriegt man das kalte Grausen bei Meldungen, dass die Schadstoffbelastung derzeit um das 5-8fache erhöht ist. Zu den Industrie- und Autoabgasen kommt noch Rauch von Wald- und Torfbränden im Moskauer Umland, es hängt ein weißgrauer Schleier über und in der ganzen Stadt, man könnte fast meinen, es sei Nebel. Aber vom Nebel kriegt man weder Kopfschmerzen, noch brennende Augen. Naja, aber die Sicherheits- und Ordnungshüter sind anderweitig beschäftigt, die können sich nicht mit solchem Kleinkram abgeben.

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16 Antworten

  1. Hi Manu 😉

    Hab auch gerade über den Smog schreiben müssen, ich hab erst aus der Zeitung davon erfahren und noch nix gesehen, aber gestern Abend legte sich dann auch der Schleier um mein Wohnhaus – die Ärzte raten ja auch die Fenster zu schliessen, aber bei der Hitze ein wenig unrealistisch wie ich meine 😉

    halt durch.

  2. Du wirst aber merken, dass der Premierminister angekommen ist.Für einen Moment gibt es dann DEN Wind, den solche immer machen. Auf den alle warten.
    Oder etwas Regen oder Ozean- Kulisse erzeugen lassen, mit
    http://atmosphere-lite.softonic.de/

  3. Er ist jetzt da. Und es ist NICHT der Premierminister, sondern der Präsident. Mal sehen, ob man ihn auf meinem Mobiltelefonfoto erkennen kann. Die Sniper auf dem Dach gegenüber kann man auf jeden Fall gut sehen.

  4. Das gibt’s doch nicht. Hier 15 Grad und Regen…

  5. Ansku, Neid!

  6. Schlage vor, wir treffen uns in der Mitte, das wären dann ungefähr angenehme 28 Grad.

  7. Einspruch, ich will 23. Du darfst gern noch 5 zusätzliche Grad haben. Ach und nimm bitte auch noch eine ordentliche Portion vom Smog. Ich kann früh schon kaum aus den Augen gucken, und es liegt nicht daran, dass ich nicht ausgeschlafen bin.

  8. Oh weh… 😦 5 Grad nehm ich gerne, Smog nur, wenn ich einen See in Fahrrad-Reichweite hab. 😉

  9. Ungefähr 700 m Luftlinie von hier fließt die Moskva… gilt das? 😉

  10. Kann man darin baden?? Wohl eher nicht, oder?

  11. Na doch, ein Mal auf jeden Fall 🙂

  12. Tja, wenn bei der jährlichen Hurricane Folklore die Holzhütten in Florida umkippen, sendet die ARD ja gleich `nen Brennpunkt. Aber bei Feuer geht das ja nicht, da sind ja sooo sensibel.

  13. […] Fenster zu (und Schweiss auf der Haut), anderen ergeht es da nicht so gut, Manu berichtet das der russische Präsident im Nachbarhaus vorbeischaute und deshalb alle Fenster geschlossen werden […]

  14. Ich denke oft an Euch, spätestens wenn ich Nachrichten sehe, und hoffe sehr, dass es Euch gutgeht und dass Ihr irgendwie die Möglichkeit habt, z.B. für kurze Zeit die Stadt zu verlassen und mal wieder richtig durchzuatmen. Im doppelten Sinne, auch wenn’s böse klingt. Ich stell es mir grausam vor, zur Zeit in Moskau zu sein. Alles Gute, liebe Grüße und liebe Gedanken von hier zu Euch!

  15. Nun, wie geht es euch jetzt, Leute ? Ich hab Mitleid mit denen, die in Moskau wohnen. Hoffentlich werden die Hitze und der CO2 Rauch in ein Paar Tagen abebben.

  16. Siehe neuer Beitrag – die Situation ist mehr als bedenklich, aber von offizieller Seite wird alles verharmlost. Ich schreibe dazu mal bei Gelegenheit.

    Übrigens wäre alles halb so wild, wenn wir es hier „nur“ mit CO2, Kohlendioxid, zu tun hätten – das atmen wir ja auch aus. Aber bei Bränden wird hochgiftiges Kohlenmonoxid frei, und wenn man das fleißig inhaliert, wird der Körper vergiftet…

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